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Yamaha XS 1100 Forum

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 Fahrwerk
Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

18.02.2010 05:33
Bremsflüssigkeit, Bremsleitungen, ... Thread geschlossen

Achtung, in YAMAHA-Bremsanlagen keinesfalls Silikon-Bremsflüssigkeit DOT 5.0 einsetzen - hierzu vgl. Silikon-Bremsflüssigkeit DOT 5.0 - Risiko?, insbesondere die Auskunft von YAMAHA Motor Deutschland in Silikon-Bremsflüssigkeit DOT 5.0 - Risiko?! Statt dessen unter Beachtung der notwendigen Reinigungsmaßnahmen und ggf. Austausch aller Dichtungen Bremsflüssigkeit DOT 5.1 verwenden.

Nachtrag 2011-04-13, Peter

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Beim Thema Bremse kommen zwar verschiedentlich umfangreiche Erfahrungsschätze zum Tragen, dabei werden aber nicht immer die physikalischen Grundlagen beachtet. Vielleicht hilft es dem gemeinen XSler (der nicht gleich Bremskomponenten durch die einer anderen Anlage ersetzen will, oder auch ein komplett anderes Bremsmodell einbauen möchte) etwas, wenn noch mal auf die einfacheren Dinge, wie z.B. Ersatz der Original-Gummibremsschläuche durch Stahlflex-Teflonbremsleitungen u.a. eingegangen wird. Neues braucht man hierzu nicht zu erfinden, war alles schon mal da.

Gruß, Peter

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Auszug aus dem alten Forum:


Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Gunnar am 23. April 2008 19:33:37:

Fährt jemand DOT 5 Bremsflüssigkeit (Silikonbasis) im Bremssystem mit Stahlflexleitungen wo vorher schon mal DOT 4 drin war? Wie sehen die langzeit Erfahrungen aus. Ich werde mir bei den nächsten Bremsproblemen überholte Sättel mit VA Kolben und neuen Dichtungen verpassen und möchte dann evtl auf DOT 5 umsteigen. Ist das Empfehlenswert??

Gruss Gunnar


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Gunnar am 26. April 2008 09:14:44: Als Antwort auf: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Gunnar am 23. April 2008 19:33:37:

Ich kenne da einem Oltimerfritzenhttp:www.mike.british-cars.de/Info_Geraete.htm ,der Silikonbremsflüssigkeit vertreibt. Die in der USA in allen Militärfarzeugen verwendet wird und nie wieder erneuert werden muss.

Ohne Zulassung in good old Gemany!!!!

Gruss Gunnar


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Matthias am 24. April 2008 13:46:36: Als Antwort auf: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Gunnar am 23. April 2008 19:33:37:

Ja hier ich, seit einem Jahr, allerdings habe ich auch die Stahlflexe neu gemacht, ORDENTLICHES spülen soll aber genügen. Die Dichtungen sollte man aber alle neu machen. Das Ding bremst jetzt, sowas habe ich noch nicht erlebt, jedenfalls an keiner meiner XSsen. Ich kann das nur empfehlen.

Matthias


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 25. April 2008 11:52:30: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Matthias am 24. April 2008 13:46:36:

Mit Teflon-/Stahlflex-Bremsleitungen ist meine XS seit 1980 ausgerüstet, etwa ebensolange fahre ich Silikon DOT5 Bremsflüssigkeit. Bei Wechsel auf Silikon wurden sämtliche Dichtungen erneuert und das System gründlich gespült.

Bezüglich der grundsätzlichen Bremswirkung scheint ein Mißverständnis vorzuliegen. Diese kann nur durch andere Bremsbeläge oder/und Bremsscheiben oder Wechsel des gesamten Systems geändert werden.

Der Ersatz von DOT4 Bremsflüssigkeit auf Mineralölbasis durch Silikonbremsflüssigkeit DOT5 ändert am Bremsverhalten beim 'normalen' Bremsen überhaupt nichts, anders siehts bei Paßabfahrten oder Gewaltbremsungen aufgrund der höheren Temperaturstabilität und der geringeren Wasseraufnahme und damit der geringeren Neigung zu Gas-, respektive Dampfblasenbildung von Silikon aus. Mit der Bildung von Dampfblasen in der Bremsflüssigkeit geht die Bremswirkung auch mit vollständig durchgezogenen Bremshebeln schlagartig gegen Null. Diese Sicherheitsreserven von Silikon DOT5 sollte man sich gönnen. Übrigens muß auch Silikonflüssigkeit regelmäßig gewechselt werden.

Der Nachteil von neuen Gummibremsleitungen liegt vor allem in dem teigigen Bremsgefühl und damit der fehlenden 'Rückmeldung' aufgrund der Elastizität der Gummileitungen - man muß den Bremshebel faktisch bis an den Lenkergriff durchziehen und hat dann durchaus eine ordentliche Bremswirkung (bezogen auf das Baujahr und das Gewicht der XS1100), eine Überbremsung wird einem ggf. erst dadurch bewußt, daß man auf der Schnauze liegt. Das Gummimaterial wird ziemlich bald 'müde' und dann reicht selbst das Durchziehen des Bremsgriffs bis an den Lenker nicht mehr zum Aufbau eines ausreichenden Bremsdrucks - die Bremswirkung läßt rapide nach. Deshalb ist auch die relativ häufige Erneuerung der Bremsleitungen notwendig. Mit Teflon-/Stahlflex-Bremsleitungen hat man einen knallharten Druckpunkt sowohl bei der Hand- wie der Fußbremse - jede Erhöhung der Betätigungskraft setzt sich in eine Erhöhung der Bremskraft um, ohne daß sich die Bremshebel merklich weiterbewegen. Die dadurch bewirkte eindeutige Rückmeldung erleichtert das dosierte Bremsen ganz gewaltig. Dieses Verhalten bleibt über die gesamte Lebenszeit der Stahlflexe bestehen - wie lange die Lebenszeit ist, weiß ich nicht, ich habe noch die ersten, damals von einem Rennwagenausrüster angefertigten Leitungen drin.

Peter


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Micha HH am 25. April 2008 13:07:05: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Peter Kemm am 25. April 2008 11:52:30:

Unterschreibe ich so!

Gruß, Micha HH


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Gunnar am 26. April 2008 09:21:58: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Peter Kemm am 25. April 2008 11:52:30:

Also beim erneuern neue Dichtsätze für die Bremssättel,neuen Dichtsatz für den Hauptbremszylinder,und die Sättel natürlich abschrauben und restlos entleeren,das war es dann???

Hier noch Infos von dem Oltimerfritzen Mike...

Silikonbremsflüssigkeit ist nicht hygroskopisch. Sie nimmt kein Wasser auf wie Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis und hat somit auch nicht die damit verbundenen Nachteile. Silikonbremsflüssigkeit verhindert Korrosion, muss nicht alle 1 bis 2 Jahre gewechselt werden und greift Lacke nicht an. Hat man einmal seine Bremsanlage auf diese Bremsfüssigkeit umgestellt, so wird der hydraulische Bereich der Bremse auch nach längeren Ausserbetriebsetzungen voll funktionsfähig bleiben. Außerdem hat Silikonbremsflüssigkeit einen höheren Siedepunkt ( ca. 260° C ) als die meisten herkömmlichen Bremsflüssigkeiten nach DOT 3 und DOT 4. Der Siedepunkt verringert sich nicht, da Silikonbremsflüssigkeit kein Wasser aufnimmt.

Gruss Gunnar


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Bernd am 25. April 2008 14:56:59: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Micha HH am 25. April 2008 13:07:05:

Moin zusammen,

womit spüle ich den die Leitungen am besten?

Bernd


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 25. April 2008 16:45:15: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Bernd am 25. April 2008 14:56:59:

Bernd, ist das eine Gag-Frage? Natürlich mit reichlich Silikon DOT5 - wenn Du Silikon DOT5 anschließend auch verwenden willst!

Peter


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Bernd am 25. April 2008 20:16:12: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Peter Kemm am 25. April 2008 16:45:15:

Nein, die Frage war schon ernst gemeint, ich hoffte auf eine Alternative zur doch recht teuren Bremsfluessigkeit als Spuelmittel.

Bernd


Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Matthias am 28. April 2008 16:22:44: Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Bernd am 25. April 2008 20:16:12:

so teuer ist das Zeug nicht, ich hab mir einen halben Liter bei Mike Sander (dem Oldtimerfritzen :-)) gegönnt, das langt für weitere 10 Bremsen. Und wenn du einmal bei der Bremse bei bist, tu dir den Gefallen und mach alles einmal richtig und komplett, mit Stahlflex und neuen Dichtungen und neuen Belägen und dann erstmal ganz Piano, du erkennst deine Bremse nämlich überhaupt nicht wieder.

Gruß Matthias

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Auszug aus meinem XS1100-Bericht (2005 / 2007):

Zitat
Bremsen

Von dem etwas teigigen Bremsgefühl mit undefinierter Rückmeldung mal abgesehen, zeigte die schwere XS auch mit den originalen Gummibremsleitungen - zumindest solange sie neu waren - bei Trockenheit für damalige Verhältnisse eine ausgezeichnete Bremsleistung. Jedoch machte wie schon bei der XS500 und der XS750 eine Naßbremsverzögerung von bis zu einer Sekunde Regenfahrten zu einem Kamikazeunternehmen. Ich habe eine nächtliche Regenfahrt durch London mit mehrfachem 'das kann nicht mehr reichen' noch sehr gut in sehr schlechter Erinnerung. Solche Episoden gab es öfter, bei Regen ließ man die XS gescheiter stehen - nur, wie soll man das auf einer termingebundenen Urlaubstour machen, man will schließlich fort und irgendwann auch wieder nach Hause. YAMAHA/MITSUI sah unverständlicherweise über viele Jahre keinen Handlungsbedarf, also war man sogar in einer derart diffizilen Angelegenheit auf sich selbst gestellt.

Anfang 1979 ließ ich die Bremsscheiben bei OHNEMUS & HÄNSLE lochen. Die optische Verbesserung war beträchtlich, eine Verbesserung des Naßbremsverhaltens konnte nicht festgestellt werden, im Gegenteil, meinem Gefühl nach dauerte es sogar noch etwas länger, bis die Bremsen faßten. Als die Bremsscheiben Jahre später die Verschleißgrenze unterschritten hatten, wurden sie durch von ECKERT gelochte Scheiben ersetzt.

1980 wurden die originalen Gummi-Bremsschläuche an meiner XS durch vom Rennwagenausrüster SOBEK angefertigte Teflon-Stahlflex-Bremsleitungen ersetzt. Während man vorher den Handbremshebel ohne übermäßige Anstrengung bis an den Lenkergriff ziehen konnte, war nun ein knallharter, definierter Druckpunkt vorhanden - entsprechendes galt für die Fußbremse. Die eindeutige Rückmeldung erleichterte eine gezielte Dosierung der Bremswirkung ganz erheblich. Übrigens 'entdeckte' der ADAC solche Bremsleitungen erst ca. vier oder fünf Jahre später als 'Geheimtip' für die von ihm veranstalteten Motorradrennen!

Nachdem ich in Nordschweden beim Versuch, im strömenden Regen die Vorderrad-Bremsscheiben und -beläge trocken zu bremsen, und deren urplötzlichem Zupacken und Blockieren des Vorderrades nur mit Mühe und viel Glück einen Sturz vermeiden konnte, mußte etwas geschehen. 1988 baute ich direkt vom Hersteller gelieferte LUCAS-GIRLING-Bremsbeläge ein, und plötzlich war auch bei Regen unverzögertes Bremsen möglich! Die auch für XS500, XS750, XS850 und ... passenden und mit ABE angebotenen Bremsbeläge standen aber mehrere Millimeter am Außenrand der Bremsscheiben über, und sobald die Beläge etwas abgenutzt waren, begannen die Überstände abzubrechen. Aufgrund der zu weit außen positionierten Beläge wurde aktive Belagfläche verschenkt, und die beim Abbrechen der Überstände entstehenden Risse zogen sich in die Beläge hinein, was ein Funktionsrisiko darstellte. Nach dem Bericht an LUCAS-GIRLING und Einschicken der Beläge wurden dort trotz "mehrerer tausend verkaufter Beläge dieses Modells, ohne daß es eine Reklamation gegeben hatte" umgehend umfangreiche Tests eingeleitet und dann die Preßwerkzeuge geändert. Nach Anlauf der Fertigung erhielt ich zwei Sätze neuer Beläge. Eine so prompte Reaktion, ohne daß erst mal lange der Sachverhalt abgestritten wurde, hatte ich im Motorradbereich noch nie vorher und habe sie nie mehr nachher erlebt! Einigermaßen unverständlich ist mir, daß kein anderer Motorradfahrer vorher diesen Fehler an LUCAS-GIRLING gemeldet hatte.

Ein hochwillkommener Extrabonus bei Verwendung der GIRLINGs ist der gegenüber der Originalbestückung weniger als die Hälfte betragende Preis. Jahre später probierte ich nochmals YAMAHA-Bremsbeläge - sie waren zwar besser als früher, erreichten aber nicht die Qualität des heute nur noch LUCAS heißenden Fabrikats. Ganz offensichtlich wurde keinerlei Aufwand mehr in eine Verbesserung der Bremsen der aus dem Verkaufsprogramm verschwindenden oder verschwundenen XS-Modelle gesteckt - insofern blieb YAMAHA dem bisherigen Verhalten treu. Ähnlich wie beim Scheinwerfer gilt, daß auch mit den Verbesserungen mittels Teflon-Stahlflex-Bremsleitungen und LUCAS-Belägen die damals sehr guten XS-Bremsen heutigen Bremsanlagen nicht das Wasser reichen können.


Peter

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